O zapft is – Was verbirgt sich hinter dem legendären Ausspruch?
O zapft is Bedeutung: es ist angezapft. Ohne den legendären Ausspruch aus dem Munde des Oberbürgermeisters geht gar nichts auf dem Oktoberfest.
Ein Oktoberfest Spruch mit Tradition
Mit diesen wenigen, aber umso mehr mit Spannung erwarteten und ersehnten Worten beginnt das Münchener Oktoberfest. Nachdem die Wiesen-Wirte in einer prachtvollen Prozession, angeführt vom Oberbürgermeister und vom Münchner Kindel, der Wappenfigur Münchens, auf der Festwiese angekommen sind, überreicht der Wirt des Schottenhamels dem Oberbürgermeister das Werkzeug zur Fass-Eröffnung. Um Punkt zwölf ist es dann soweit – der Oberbürgermeister sticht das erste Bierfass an und ruft nach Vollendung laut die Worte „O zapft is“. Erst jetzt dürfen die Wiesen-Wirte mit dem Ausschank beginnen. Das allererste Maß erhält der Tradition folgend der bayerische Ministerpräsident.
Aus dem Zufall heraus
Erst ab 1950 wurden sowohl der legendäre Oktoberfest Spruch als auch das Fass-Stechen durch den Oberbürgermeister in die Zeremonie des Oktoberfestes integriert.
Man erzählt sich dazu folgende Legende: 1850 hatte der damalige Oberbürgermeister, Thomas Wimmel, wider Erwarten nicht den Einzug der Wiesen-Wirte anführen können. Als er verspätet auf die Wiesn geeilt kam, wurde er vom Wirt des Schotenhamel-Zeltes aufgefordert, das allererste Bierfass anzustechen. Der eigentliche Grund ist unklar, man munkelt, der Schotenhamel-Wirt habe den Bürgermeister auf halbem Weg mit der Kutsche aufgelesen und als Gegenleistung um den Fassanstich gebeten.
Mit recht vielen Schlägen und dem erleichterten Ausruf „O zapft is“ vollbrachte Oberbürgermeiste Wimmer seine Tat.
Der Ausspruch und das ganze Ritual fanden so viel Gefallen unter den Bürgern und Gästen, dass sie fortan zum festen Bestandteil des jährlichen Oktoberfestes werden sollten. Mittlerweile hat die Zeremonie so viel Bedeutung erlangt, dass sie sogar in den Medien übertragen wird.
Wie viele Schläge braucht er?
Fass-Anstechen ist gar nicht so einfach. Jährlich werden Wetten abgeschlossen, mit wie vielen Schlägen der Oberbürgermeister es schaffen wird, das Fass anzustechen. Die beste Leistung liegt bei zwei (im Jahre 2010), die schlechteste bei neunzehn Schlägen (1950).
