Schuhplattler – Was verbirgt sich hinter diesem traditionellen Tanz?

Der Schuhplattler ist ein Paartanz, der seinen Ursprung in Bayern hat. Rhythmische Hüpfbewegungen werden begleitet vom charakteristischen Hand-, Schenkel- und Schuhklatschen, dem so genannten „Platteln“.

Geschichte eines Traditionstanzes

Mitte des 19. Jahrhunderts formierte sich der Schuhplattler aus dem Ländlertanz, einem Tanz mit vielen Armbewegungen. Getanzt wird im Dreiviertel-Takt.
Dem Paartanz wird ein Brautwerben nachgesagt, wobei der Tänzer der Tänzerin durch möglichst auffällige Bewegungen und Darbietungen imponieren möchte. Angeblich sollen die Bewegungen dem Balzverhalten des Auerhahns abgeschaut sein.

Akrobatik oder Tanz

Viele der Tanzbewegungen des Schuhplattlers haben einen akrobatischen Charakter. Die Tänzerinnen wiegen sich im Walzertakt umher, gefolgt von den Tänzern. Diese springen dabei hoch in die Luft, vollführen waghalsige Drehungen und schlagen sich dabei immer wieder seitlich an die Schuhe oder auf die mit einer Lederhose bedeckten Oberschenkel. Dabei darf auch laut gejuchzt werden.

Schuhplattler heute

Abgesehen von dem so genannten Preisplatteln wird der Schuhplattler heutzutage nur in Trachtenvereinen ausgeübt. Beim Preisplatteln hingegen geht es um die sorgfältige Ausführung der Tanzbewegung und die Vollständigkeit der Tracht.
In vielen Fällen hat sich der Schuhplattler vom Paartanz zum Solotanz bewegt. So auch der „Marschplattler“, der nur noch einen touristischen Unterhaltungswert besitzt.
Zunehmend formieren sich auch Schuhplattler-Gruppen, die den Tanz als moderne Interpretation im 21. Jahrhundert neu beleben. Bei diesen Show-Tänzen werden auch Requisiten wie Kuhglocken mit einbezogen.
Es gibt sogar einige Dirndl-Plattler. Dies sind reine Frauentanzgruppen, die im Dirndl auftreten. Von Trachtenvereinen sind sie allerdings nicht anerkannt.

Schuhplattler zur Unterhaltung

Der Schuhplattler ist auf Feiern oder in TV-Shows stets eine willkommene, unterhaltsame Show-Einlage. Rhythmus und Akrobatik fesseln das Publikum immer wieder aufs Neue.
Manch einer, der sich anschließend aus Spaß daran versucht, wird erkennen, dass es gar nicht so einfach ist, die Bewegungen zu koordinieren und vor allem genügend Kondition zu bewahren.