Ruhmeshalle München – Fixpunkt an der Theresienwiese

Die 1853 fertiggestellte Ruhmeshalle am Westrand der Theresienwiese gehört zusammen mit der Bavaria zu den wichtigsten Denkmälern Münchens. Die U-förmige Säulenhalle beherbergt zahlreiche Büsten historisch bedeutender bayerischer Persönlichkeiten.

Entstehungsgeschichte

Säulen im Antiken Stil ganz nach dem Geschmak des Bayernkönigs

© RAZVAN IONUT GRAUR/iStockphoto / ThinkStock

Als Verehrer der Antike plante Bayernkönig Ludwig I. in der Residenzstadt München die Errichtung einer Reihe patriotischer Gedenkstätten nach griechischem Vorbild. Hier sollten berühmte Bayern zu Ehren gebracht werden.
Die Ausschreibung eines Architektur-Wettbewerbes im Jahre 1833 gewann der Architekt und Maler Leo von Klenze, nach dessen Vorgaben das Bauwerk in den folgenden Jahren errichtet wurde. Von ihm stammte auch die Idee, eine allegorische Statue vor das Gebäude zu positionieren. 1853 wurde die Halle nach zehnjähriger Bauzeit kurz nach Fertigstellung der bronzenen Bavaria fertiggestellt und eingeweiht.

Galerie der Büsten

Zur Einweihung fanden insgesamt 74 Büsten verschiedener Berühmtheiten in den Gebäudeflügeln einen ehrenvollen Platz. 1868 wurde die Sammlung um zehn weitere ergänzt. Ludwig I. legte bei der Gestaltung der Büsten größten Wert auf eine authentische, lebensechte Darstellung.
Neben bedeutenden Gelehrten, Bildhauern, Malern, Komponisten, Naturwissenschaftlern und Staatsmännern erhielt auch Leo von Klenze dort einen Ehrenplatz. Zu den weiteren Berühmtheiten zählten u.a. Carl Spitzweg, Albrecht Dürer und Freiherr Franz von Mercy. Zentral an der Mittelwand der Ruhmeshalle München prangt noch heute die Büste von König Ludwig I., die dort anlässlich seines einhundertsten Geburtstages angebracht wurde.

Die Ruhmeshalle München nach dem Krieg

1944 wurde das Bauwerk bei einem Luftangriff erheblich beschädigt. Viele der Büsten wurden dabei komplett zerstört. Erst ab Mitte der Sechziger Jahre wurde die Ruhmeshalle bis in die frühen Siebziger Jahre hinein restauriert. Einige der Büsten konnten dabei wiederhergestellt werden, für die zerstörten wurden Gedenktafeln errichtet. Bis 2009 wurden insgesamt dreißig neue Persönlichkeiten in die Ruhmesgalerie aufgenommen, darunter auch Bertolt Brecht, Carl Orff und die bayerische Prinzessin Therese, Gattin von Ludwig I. Wem die Ehre gebührt, in die Ruhmeshalle München aufgenommen zu werden, obliegt der Entscheidung des Bayerischen Ministerrats, welcher sich dabei unter anderem an den Empfehlungen des Bayerischen Kultusministeriums, der Akademie der Wissenschaften, dem Finanzministerium und der Akademie der Schönen Künste Bayerns orientiert.