Dirndl – Das traditionelle, bayrische Kleid
Der Begriff „Dirndl“ ist eigentlich die Bezeichnung für ein junges Mädchen oder eine Bauern-Magd. Aus der einst typischen Bekleidung für die Landarbeiterinnen hat sich im Laufe der Jahre das Dirndl-Kleid entwickelt, welches Bestandteil vieler Trachten ist.
Entstehung des Dirndls
Ende des neunzehnten Jahrhunderts setzte sich die ehemalige Arbeitskleidung als eigenständiger Modestil durch. Vor allem in den gehobenen Bevölkerungsschichten erlangte es schnell große Beliebtheit.
Das heutige Dirndl ist nicht zu verwechseln mit regionaler Trachtenkleidung, die durch eigene Elemente die jeweilige Zugehörigkeit darstellt. Vielmehr orientiert sich das heutige Dirndlgewand auch an modischen Aspekten. Dennoch gibt es einige Gemeinsamkeiten.
Merkmale des heutigen Schürzenkleides
Das klassische Dirndl ist ein meist waden- bis knöchellanges, einteiliges Kleid mit weit ausgestelltem Rock, taillenbetontem Mieder und weitem Ausschnitt. Die Länge des Kleides variiert je nach modischen Vorgaben. Gefertigt werden die Kleider aus natürlichen Stoffen wie Baumwolle, Seide oder Leinen und werden zum Oktoberfest in vielen Variationen im Dirndl Verleih angeboten. Über den Rock wird eine lange Schürze gebunden. Die Bindung der Schleife erfolgt meistens hinten oder vorn, in einigen Fällen auch seitlich.
Das Mieder kann mit Haken und Ösen geschnürt werden und ist vielfach mit Stickereien verziert. Der großzügige runde oder eckige Ausschnitt betont das Dekolleté.
Zum Kleid gehören auch eine kurze Dirndl-Bluse, die meistens in Weiß gehalten und mit Puffärmeln versehen ist, sowie eine kurze Stola.
Dirndl auf dem Oktoberfest
In fast allen Festzelten tragen die Kellnerinnen Dirndl. Doch auch unter den Besuchern taucht das Dirndl seit den siebziger Jahren wieder vermehrt auf dem Wiesn-Fest auf. Auch in anderen Städten wird es anlässlich des Oktoberfestes gern getragen. Mit Tradition hat das allerdings nicht mehr viel zu tun, es geht vielmehr um Spaß und vielleicht auch ein bisschen um die Mythen, die man sich rund um das Dirndl erzählt.
Schleifenmythos
Ob tatsächlich alter Brauch oder neu geschaffener Mythos – hier schieden sich die die Geister!
Es wird behauptet, dass die rechts gebundene Schleife auf eine Ehe oder Verlobung hindeute, die links gebundene hingegen den ledigen Familienstand anzeige. Eine Schleife vorn signalisiere Jungfräulichkeit, wer sie hinten trägt, sei entweder Witwe oder Kellnerin. Um den Wahrheitsgehalt zu überprüfen, hilft nur eins: sich bei Dirndl-Trägerin erkundigen.
